Sammelalbum kurioser Flugzeuge

 NASA AD-1 Oblique Wing



Mit Oblique Wing (von frz./engl. Oblique = schräg, schief) wird das Konzept einer um eine Achse dreh- baren Tragfläche für Flugzeuge bezeichnet. Als einziges bemanntes Flugzeug nach diesem Konzept wurde die NASA AD-1 zur Erforschung dieses Konzeptes gebaut. Seit 1979 wurde damit eine Reihe von Testflügen unternommen. Mehr auf Wikipedia.

 Bumble Bee  /  Bumble Bee II



Die Bumble Bee II (Bild rechts) ist der aktuelle Rekordhalter des kleinsten manntragenden Flugzeugs mit einer Spannweite von 1,68 m. Das entspricht der Breite eines VW Polo. Das Flugzeug wurde 1988 gebaut und ist Ergebnis eines über Jahre dauernden Wettlaufs um das kleinste Flugzeug der Welt. Ihr 85 PS Vierzylindermotor beschleunigt sie auf 305 km/h. Der Name Bumble Bee leitet sich von der in Fliegerkreisen bekannten Legende von der Hummel her, die nach den Gesetzen der Aerodynamik eigentlich nicht fliegen kann, es aber trotzdem tut. Die Bumble Bee II ging bei einem Unfall verloren, bei dem ihr Konstrukteur und Pilot Robert H. Starr schwer verletzt überlebte. Ihr Vorgänger, die mit 2 m Spannweite etwas größere und schwerere Bumble Bee (Bild links) steht heute im Pima Air Museum in Tucson, Arizona. (Video des Erstflugs)

 LALA-1



Die bei der Kollektivierung der Landwirtschaft in den RGW-Staaten entstandenen riesigen Ackerflächen boten sich geradezu für die Bewirtschaftung aus der Luft an. Als Versuchsträger für das spätere strahl- getriebene Agrarflugzeug M-15 Belphegor entstand Anfang der 70er Jahre beim polnischen Luftfahrt- institut dieses seltsam anmutende Fluggerät. Da es nicht viele Bilder dieses Flugzeugs gibt, hier ein paar Fotos eines Modells.

 Stipa-Caproni "Fliegendes Fass"



Der italienische Ingenieur Luigi Stipa hatte Anfang der dreißiger Jahre eine interessante Idee: Er wollte den Luftstrom des Propellers in eine kegelförmige Röhre einleiten und so durch die stetige Abnahme des Querschnitts verdichten und somit unter Ausnutzung des Bernoulli Effekts die Strömungsgeschwin- digkeit der Luft erhöhen und diese dann am Ende der Röhre wieder austreten zu lassen und dadurch einen Schub zu erzeugen. Diesen Flugzeugantrieb ließ er sich in Italien, Deutschland und den USA patentieren. Die italienische Luftwaffe zeigte kein großes Interesse an Stipas Idee, beauftragte ihn aber doch ein Funktionsmuster zu entwickeln. Als technischer Partner dafür wurde ihm die Flugzeugfabrik Caproni zugewiesen. Im Mai 1932 begann man mit Konstruktion und Bau eines Versuchsmusters.

Deutsche Beschreibung, Wikipedia, Video, Vision eines Fass-Grossflugzeugs

 Convair XC-99



Die XC-99 war ein 1947 von den Consolidated Vultee Aircraft Corporation-Werken entwickeltes schweres Transportflugzeug für den militärischen Einsatz. Es wurde nur ein Prototyp gebaut. Die XC-99 war im Prinzip eine B-36B mit neuem und völlig überdimensionierten Rumpf mit Platz für bis zu 400 Soldaten.

Wikipedia, Bilder und Video

 Mil Mi-32 (Projekt)



Der Mil Mi-32 war ein Projekt für einen überschweren Kranhubschrauber aus dem Jahre 1982. Als absolute Besonderheit verfügte er über drei Hauptrotorsysteme auf Basis des Mil Mi-26. Diese drei Systeme waren mit einem Rumpf verbunden, der die Systeme in einem Dreieck verband. Die Mitte zwischen den drei Hauptrotoren blieb frei. Das Abfluggewicht des für den Materialtransport in Sibirien vorgesehenen Gerätes sollte 142 Tonnen betragen, die Höchstgeschwindigkeit 230 km/h und die Reichweite 600 km. Wegen der Auflösung der UdSSR kam es jedoch zu keiner Ausführung. Bild

 Bugatti 100P



Die Bugatti 100P war ein nie vollendetes experimentelles Flugzeug von Ettore Bugatti und Louis de Monge. Nachdem sich die Firma Bugatti im Laufe der Jahre ein Renommee als Hersteller schneller und luxuriöser Automobile erarbeitet hatte, wandte sich Ettore Bugatti zusätzlich anderen Feldern zu. Neben Projekten für die Eisenbahn und dem Bau von Rennbooten galt sein Interesse der Fliegerei. Sein Augenmerk lag dabei stets auf der Erringung neuer Geschwindigkeitsrekorde. Bei einer Spannweite von 8,235 m und einer Länge von 7,7 m verfügte die Maschine über zwei Motoren von etwa 450 PS, die je einen der beiden gegenläufigen konzentrischen Propeller antrieben. Die geplante Geschwindigkeit sollte bei über 800 km/h liegen. Das Flugzeug verfügte über weitere bemerkenswerte und teilweise durch Bugatti patentierte Merkmale wie Holz-Verbundbauweise und ein Y-förmiges Leitwerk.

Wikipedia, Röntgen-Bild, franz. Info-Seiten

 Vought V-173 "Flying Pancake"  /  Vought XF5U-1 "Skimmer"



Der fliegende Pfannkuchen schien praktisch nur aus einer Metallscheibe und zwei riesigen Propellern zu bestehen. Einen normalen Rumpf gab es nicht. Konstrukteur Charles Zimmermann wagte sich an das schwierige Konzept eines schnell fliegenden aber langsam landenden Flugzeugs heran. Diese Anforderungen waren Teil einer Ausschreibung des US Marine, die ein neues Kampfflugzeug suchte, dass auf Flugzeugträgern stationiert werden konnte.

Die bei der extrem kleinen Streckung der Flügel auftretenden Randwirbel wurden bekämpft, indem man die Propeller direkt am Randbogen platzierte und entgegen dem Randwirbel drehen ließ. 1942 erhob sich die V-173 zum ersten mal in die Luft. Immer wieder neue Schwierigkeiten und finanzielle Engpässe verzögerten die Flugerprobung. Zu den Test- piloten gehörte auch die Fliegerlegende Charles Lindbergh, der von den Langsamflugeigenschaften begeistert war. Nur zwei dieser "Pfannkuchen" wurden gebaut. Die grössere Experimentalversion, die XF5U hiess, wurde 1947 verschrottet, als die US Marine nur noch Düsenflugzeuge wollte.

Wikipedia (1), Wikipedia (2), Bilder (1), Bilder (2), Video (1), Video (2)

 Blohm & Voss BV 141



Die Blohm & Voss BV 141 war ein Aufklärungsflugzeug des deutschen Herstellers Blohm & Voss, der zur Zeit des Entstehens des Flugzeugs noch die Firmenbezeichnung Hamburger Flugzeugbau führte. Deshalb war die ursprüngliche Bezeichnung Ha 141. Es wurde insbesondere durch seinen asymmetrischen Aufbau bekannt. Wikipedia

 Wilson Global Explorer



Der Global Explorer ist nicht nur ein relativ konventionelles Amphibium für die Erkundung abgelegener Gebiete, es ist auch ein fliegender Wohnwagen mit reichlich Platz im üppig dimensionierten Rumpf.

Wikipedia, Bilder

 Bristol Brabazon



Die Bristol Type 167 Brabazon ist ein nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien entwickeltes Flugzeug. Mit ihr wollte die Bristol Aeroplane Company den zivilen Luftverkehr über den Nordatlantik revolutionieren. Jedoch hob nur eine einzige Brabazon jemals ab; zu einer Serienproduktion kam es nie. Eine Besonderheit war ihr Antrieb durch vier jeweils gegenläufig laufende Koaxialpropellerpaare, die von je zwei Sternmotoren von je 2535 PS über Fernwellen angetrieben wurden. Die Motoren waren nicht in üblichen Motorgondeln, sondern in den Tragflächen versenkt untergebracht. Wikipedia, Video

 Focke-Wulf Triebflügel



Der Triebflügel war 1944 ein Projekt eines senkrecht startenden Jagdflugzeugs und kam über die Konzeptphase nie hinaus. Durch die Verwendung von drei an den Rotorblattspitzen angebrachten Lorin- Staustrahl-Triebwerken mit je 840 kp Schub, wurde das auf den Rumpf wirkende Drehmoment und damit die Notwendigkeit von zwei gegenläufigen Rotoren bzw. Propellern vermieden. Der Triebflügel sollte in Schwerpunktsnähe in Wälzlagern auf einer Röhre umlaufen, die in dem spindelförmigen Rumpf untergebracht war. Da die Lorin-Triebwerke erst oberhalb einer Mindestgeschwindigkeit von 300 km/h Schub liefern, waren zusätzlich Walter-Raketenmotore vorgesehen, die dem Triebflügel die erforderliche Anfangsrotation geben sollten. Die Drehzahl sollte bei 220 U/min und die Höchstgeschwindigkeit bei 1000 km/h liegen. Viele Bilder gibts hier.

 Heinkel Wespe / Heinkel Lerche



Heinkel 'Wespe' war der Name einer Projektstudie der Heinkel-Werke aus den Jahren 1944/45 für ein revolutionäres Senkrechtstarter (VTOL)-Programm zur Entwicklung eines Abfangjägers. Bemerkenswert neben den auch andernorts entwickelten Merkmalen eines Senkrechtstarters (wie die mit der Nase nach oben stehende Startposition) waren die äußerst ungewöhnliche Anordnung des Rotors, die liegende Sitzposition des Piloten und die Flügelkonstruktion, die keine konventionelle Tragfläche, sondern einen Ring um die Propellerschraube vorsah mit zwei stummelartigen Fortsätzen. Das Schwesterprojekt war die Heinkel Lerche, eine etwas größere Ausführung, die mit zwei gegeneinander rotierenden Propellern ausgerüstet werden sollte. Mehr Infos und Bilder gibt es hier.


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